WOHNANLAGE FLOSSERGASSE FÜSSEN


Füssen
Realisierungswettbewerb, 1. Preis
mit STUDIO RAUCH Architekten, München
Februar 2021


Die Gestaltung der Freianlagen nimmt Bezug auf die besondere Lage des Projektgebietes in der historischen Altstadt von Füssen am Fuße des Franziskanerklosters. Ein öffentlicher Fußweg zieht sich in Anlehnung an das Bild der mittelalterlichen Gasse von der Floßergasse zwischen Betsandsgebäuden und den beiden neuen Baukörpern hinauf zum Franziskanerplatz. Den Auftakt in der Floßergasse bildet die räumliche Aufweitung zwischen den Bestandsgebäuden. Hier entsteht ein kleiner Platz, der mit einem Holzdeck im Schatten einer Linde sowohl Nachbarn als auch Besucher zum Verweilen einlädt und zudem den Beginn der neuen Wegeverbindung markiert und einen attraktiven Zugang zu den neuen Wohngebäuden schafft.
Von hier gelangt man zwischen Hecke, Pflanzstreifen und Bestandgebäude zum Neubau, der im EG eine überdachte Aufweitung als nachbarschaftlichen Treffpunkt der Hausgemeinschaft anbietet. Der Weg knickt hier nun nach Südosten ab und hält die Freifläche an der nordwestlichen Grundstücksgrenze frei von Publikumsverkehr, um den Loggien der dorthin orientierten Wohnungen ein angemessenes Maß an Privatheit zu ermöglichen. Bewegt man sich nun weiter zwischen den beiden Baukörpern hindurch, öffnet sich der Blick auf die Hangkante und die darüber liegende Kirche des Franziskanerklosters mit ihrem Kirchturm, der bewusst von Bäumen freigestellt wird.
Der Weg führt nun den Hang hinauf, zu einer kleinen aufgeweiteten Sitznische, von welcher man den Spielplatz überblickt, der sich zwischen Neubau und Hangkante einschmiegt und bewusst die Topografie nutzt, um Spielmöglichkeiten an der Hangkante anzubieten. Nun folgt man einer Stufenanlage, die sich der Steigung des Hangs anpasst und seitlich von einer Entwässerungsrinne begleitet wird, die das oberflächlich abfließende Hangwasser aufnimmt und sammelt.
Am Ende der Stufenanlage gelangt man schließlich auf den Franziskanerplatz, von welchem man die Altstadt überblickt. Durch Verschmälerung der Fahrbahn gelingt es, parallel zu Klostergebäude und Hangkante eine großzügige Promenade und zwei Balkone zu schaffen ohne in die Topografie eingreifen zu müssen. Die Hangvegetation wird bewusst gerodet, wo notwendig mit Blütensträuchern und einzelnen Bäumen ergänzt und mit einer artenreichen Blumenwiese überzogen. So entstehen „Sichtfenster“ auf Altstadt und Burg. Der nördliche der beiden Balkone präsentiert den berühmten „Quaglioblick“, über den die Schautafel Touristen und Besucher informiert.